Lotario - Rifail Ajdarpasic & Ariane Isabell Unfried

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Fotos: Rifail Ajdarpasic
PRESSE | REVIEWS
“Händel-Triumph im Shakespeare-Gewand.
Wir wähnen uns in einem Königsdrama von Shakespeare: Schon in der Ouvertüre zu Händels Oper „Lotario“ wird der amtierende Monarch per Giftkelch ins Jenseits befördert, dann versucht sich das neurotisch durchgeknallte Intrigantenpaar Matilde und Berengario auf den italienischen Thron zu putschen. (...)
Die diesjährige Premiere der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen ist ein großer Wurf. Zunächst, weil Carlos Wagner in seiner Inszenierung die Probleme eines Opernhistorienschinkens benennt und galant mit der tausendjährigen Distanz zum Geschehen spielt. Die Figuren scheinen geradewegs den gigantischen Wandmalereien dieses heruntergekommen Palazzo mit seinen Vintage-Versatzstücken entsprungen, die angestaubten Kostüme der Bösewichter könnten direkt einem Opernmuseum entliehen sein. (...).“ Die Welt

“Noch nie stand „Lotario“ auf dem Spielplan der knapp 100 Jahre alten Göttinger Händel-Festspiele. Am Freitag hatte nun Händels Oper Premiere im fast ausverkauften Deutschen Theater in einer Inszenierung des Venezolaners Carlos Wagner: eine beeindruckend stimmige Interpretation mit glänzenden Solisten. (...)
Der sängerischen Qualität der Solisten steht das Festspielorchester Göttingen in keinem Punkt nach. Die musikalische Energie, die Dirigent Laurence Cummings auf seine hochkonzentrierten, ausdrucksstarken, virtuosen Instrumentalisten ausstrahlt, besitzt dieselbe Kraft wie die Spannung, die Regisseur Wagner auf der Bühne erzeugt. Der Jubel nach gut vier Stunden purem Händel-Genuss wollte kaum enden.“ Göttinger Tageblatt

“Der Beifall ist enthusiastisch (...) Keine Frage: Das Publikum ist kenntnisreich bei den Internationalen Händel-Festspielen in Göttingen. In den Pausen hört man viel Englisch - die Zweitsprache Georg Friedrich Händels, der mit knapp dreissig nach London übersiedelte. (...)
(...) Dabei leisten Inszenierung und Dirigat in Göttingen das Beste, um dramaturgische Geschlossenheit zu suggerieren. Der Regisseur Carlos Wagner hält alle Figuren beständig in schlüssig motivierten Handlungen. Den Stoff hat er zwischen mehreren gestaffelten Bilderrahmen in eine Art Kunstmuseum verlegt, wo er vielleicht am besten aufgehoben ist. (...).“ NZZ-Neue Zürcher Zeitung

“(...) Unter der Ägide der Festivalchefs Tobias Wolff und Laurence Cummings haben die Göttinger Händelfestpiele in den letzten Jahren immer zwischen einer bewusst historisierenden und einer eher modernisierenden Inszenierungsästhetik gewechselt. Dem mit dem Göttinger Deutschen Theater vertrauten Regisseur Carlos Wagner gelingt diesmal zusammen mit Rifail Ajdarpasic (Bühne), Ariane Isabell Unfried (Kostüme) und Guido Petzold (Licht) eine Melange, die von beiden Zugängen profitiert. Es ist eine ausgestellte und opulente Dekonstruktion des großformatigen Handlungsrahmens. Der Raum assoziiert eine üppig ausgestattete Staatsgalerie, in der die Abteilung mit den Katastrophen-Ölschinken möglicherweise gerade restauriert wird. Ein Podest und die aufgestellten Gerüste stehen vielleicht aber auch selbst für den Versuch der Mächtigen, einen Regimewechsel zu bewerkstelligen. Das bleibt ebenso in der Schwebe wie die Kostüme, die mit der Anmutung verlotterter barocker Pracht spielen. Damit bezieht auch das perfekt durchinszenierte Kammerspiel, das sich zwischen den Akteuren entspinnt, seine Spannung aus der zeitlichen Unbestimmtheit des Exemplarischen.
Die Wände mit den Gemälden und den Gerüsten davor, die Decke mit verglastem Oberlicht und den vergoldeten Stuckelementen sind im Einzelnen als Kulissenelemente erkennbar und imaginieren doch suggestiv die gefährdete Opulenz der Macht und ihrer Insignien. (...)
In Göttingen jedenfalls war der Jubel für alle groß und ungeteilt.“ NMZ-Neue Musikzeitung

“Die Handlung ist verstrickt und einfach zugleich: Berengario will die Stadt Pavia einnehmen. Dort regiert Adelaide. Ihren Mann hat Berengario vergiftet. Der deutsche König Lotario will Adelaide helfen, er liebt sie und wünscht sich Gegenliebe. Ohne Hoffnung liebt sie auch Idelberto, Sohn von Berengario und Matilde. Mit einer Verbindung der beiden wollen diese sich die Herrschaft in Pavia sichern. In dem Machtgerangel siegt Lotario und damit Adelaide, sie will Lotario ihr Ja-Wort geben und gewinnt dadurch ihr Reich zurück. Die Herrschaft schenkt sie Idelberto. Ein Kammerstück der großen Gefühle.
Regisseur Carlos Wagner hat dafür wunderbare Bilder gefunden und gemeinsam mit Lichtdesigner Guido Petzold gestaltet. (...) Keine Schlacht wird im Bühnenbild von Rifail Ajdarpasic geschlagen. In Gemälden wird der Krieg gegenwärtig. (...) Händels Kunstgriff, seinen Figuren mit eigenen Tonarten Charakter zu geben, unterstützt Ariane Isabell Unfried mit den in Bern gefertigten Kostümen - nach Bern geht die Inszenierung 2019. (...)
Es bleibt ein Rätsel, warum diese Oper nach der Premiere 1729 wieder verschwand und auch heute noch selten aufgeführt wird. Nicht aufhören wollte der Applaus im fast ausverkauften Haus.“ Hessische Niedersächsische Allgmeine

“Leicht und schwer, zupackend und tändelnd, halsbrecherisch-virtuos und dahinschmelzend-gefühlvoll. Das ganze Spektrum dessen, was Händels Musik zu bieten hat, entfaltete Laurence Cummings mit seinem Orchester bei den Göttinger Händelfestspielen in der Oper „Lotario“, die 1729, man kann das nicht glauben, beim Publikum durchfiel. (...)
Aber bei dieser Neuproduktion der Oper „Lotario“ war noch etwas anders bemerkenswert und sogar für die Rezeption von Barockopern wegweisend, nämlich die Art wie der Regisseur Carlos Wagner die langen Da-capo-Arien und plappernden Rezitative inszenierte, in denen merkwürdige Intrigen und Gefühlsaufwallungen verhandelt werden. Damit ist das Ermüdende gemeint, dass die vielstündigen Opern von Händel, Hasse und Co. sonst befrachtet. Carlos Wagner übersetzte die Musik und den Text, also die psychologische Verfassung der Protagonisten, in eine bestimmte Art von Körperlichkeit; er kreierte lebendige Skulpturen, die man sich fasziniert einfach anschauen konnte, so dass es fast egal war, wer warum kämpft, liebt und leidet. (...)
An der Oberfläche wirkt dieses Theater freilich wie ein realistisches Schauerstück. Die Bühne von Rifail Ajdarpasic wirkt mit ihren Kriegsgemälden, Galerien, Leitern und Podesten wie ein Filmset. In Wirklichkeit handelt es sich um eine streng funktionale Konstruktion verschiedener Ebenen und Positionen, Zu- und Abgängen.
Man merkt man also gar nicht, dass sich hier ein reines Tanztheater um die Musik und die Bühne schmiegt und vier Stunden vergehen, die man auch nicht merkt“ WDR3-Opernblog

“(...) Wie in einem düsteren spanischen Hofdrama spielt die Oper in einem Bühnenbild, das umgeben ist von schweren goldenen Barockrahmen, mit ganze Wände ausfüllenden kriegerischen Gemälden voller Feuersbrünsten und Geheimtüren, und mit einem Gerüst wie in einer riesigen Künstlerwerkstatt oder einem Barockmuseum (einheitliches und oppulentes, variables Bühnenbild Rifail Ajdarpasic). Wer will kann darin auch eine augenzwinkernde Anspielung auf die zunehmenden historisierenden Inszenierungen von Händel-Opern sehen. Der Strippenzieher Clodomiro stellt in diesem Rahmen die unheimliche, stets dem Verbrechen dienstbare klerikale Figur mit großem Brustkreuz und langem Rock an der Seite Matildes dar, der beim Machtwechsel ebenso leicht die Fronten wechselt. (...) großartige simple und zugleich packende Bilder und Symbole (...)
Zu Recht danach tobender Beifall und Bravos des Publikums für alle Sänger und Sängerinnen und die souveräne, routinierte musikalische Leitung von Laurence Cummings und für das FestspielOrchester Göttingen.“ IOCO-Kultur im Netz

“(...) Das Regieteam um den venezolanischen Regisseur Carlos Wagner verlegt die kriegerischen Auseinandersetzungen um Pavia in eine Art Museum. Die Wände sind mit großen Gemälden von Monsù Desiderio geschmückt und zeigen allesamt kriegerische Motive, in denen auch häufig das Feuer eine zentrale Rolle spielt. (...)
Musikalisch ist der Abend ein absoluter Hochgenuss, und es lässt sich schwer nachvollziehen, wieso diese Oper bei der Uraufführung das Publikum nicht mitgerissen haben soll. Händel findet für jeden der sechs Charaktere eine ganz eigene Musiksprache, die von den Solisten großartig umgesetzt wird. (...)
Die Händel-Festspiele stellen unter Beweis, dass Händels Lotario musikalisch völlig zu Unrecht vernachlässigt wird. Das Regieteam um Carlos Wagner findet einen spannenden Zugang zur Handlung. (...)“ OMM-Online Musik Magazin

“Göttingen presents Lotario with verve. (...)
Rifail Ajdarpasic's set is a cross between an artist's studio - paintings, frames, paraphernalia litter the stage - and a grande salle with gilded cornicing above huge paintings of cities aflame. Between the two, there is the skeleton of walls and stairs, so that those on the interior passageways can observe and be seen, even hang over the rails and participate in the action. (...)
Director Carlos Wagner plays it more for the interpersonal than the international politics, with the characters trapped in the confined space till all is all worked through. (...) Meanwhile, in the pit, Laurence Cummings directs the Festspiel Orchester Göttingen with the usual verve for a production that, as the curtain falls, indicates that the whole cycle is about to begin again“ The Opera Critic Reviews

“(...) Ungetrübtes Händel-Glück. (...) Für den selten gespielten „Lorario“ gab es in Göttingen Ovationen.“ Kieler Nachrichten

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Ausgewählte Arbeiten im Bereich Oper | Theater | Musical l Tanz

Selected works in the field of Opera | Theatre | Musical | Dance
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ABOUT

Wir sind ein international tätiges und in unserer kreativen Arbeit mehrfach ausgezeichnetes künstlerisches Team.
Unsere Ästhetik zeichnet sich vor allem durch eine zeitgenössische und inhaltlich geprägte Herangehensweise innerhalb der szenischen Künste aus, die dadurch zu sehr individuellen und unverwechselbaren Ergebnissen im künstlerischen Ausdruck führt. Die Kraft überzeugender Ideen.
Neben unseren gemeinsamen Projekten sind wir auch einzeln als Bühnenbildner und Kostümbildnerin tätig.

We are an internationally operating  artistic team with multiple awards for our creative work.
Our esthetics is distinguished by a contemporary and content-focused approach within  the scenic arts, which leads to highly individual and unique results in  its artistic expression. The power of convincing ideas.
Beside our common projects we are also working separately as set designer and as costume designer.
STORY

Jede erzählenswerte Geschichte braucht Leidenschaft und Originalität.

Every story worth telling needs passion and originality.
© RIFAIL AJDARPASIC & ARIANE ISABELL UNFRIED
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