Serse - Rifail Ajdarpasic & Ariane Isabell Unfried

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Fotos: Rifail Ajdarpasic & Falk von Traubenberg
PRESSE | REVIEWS
Wer hätte das gedacht: Ein ebenso radikaler wie fulminanter Regie-Kniff entzückte das internationale Händel-Festspielpublikum, (...) Parkett und Ränge tobten, als Franco Fagioli alias Liberace zur großen »Serse«-Show in ein imaginäres Etablissement im vergnügungssüchtigen Las Vegas lockte und in diesem schrillen Ambiente alle im Handumdrehen um den kleinen Finger wickelte. Hätte es den exzentrischen Pianisten und Entertainer Liberace, der im schrillen Federbouquet-Outfit mit derartigen Shows in den 1960er - und 70er-Jahren in Las Vegas für Furore sorgte und hier Pate stand, nicht tatsächlich gegeben, man hätte ihn als Reverenz für dieses Opernevent der Extraklasse tatsächlich erst erfinden müssen. Selten hat Händel in Karlsruhe so viel Spaß bereitet wie an diesem denkwürdigen Premierenabend. (...) Was sich nämlich der zweite Star des Abends, Counter-Kollege Max Emanuel Cencic, der selbst spielte und noch dazu Regie führte, zusammen mit seinem Bühnenbildner Rifail Ajdarpasic in Kombination mit den kongenialen Kostümen von Sarah Rolke ausgedacht hatte, war schlichtweg umwerfend. (...)
Die Konseuenz des Ansatzes, der nie nachlassende Drive der Regie und die weit überplanmäßige Ausführung der genialen Idee durch ein hoch motiviertes, vom eigenen Erfolg weiter angestacheltes Traumensemble vermittelte mindestens so viel Spaß aller Beteiligten, wie ihn das hingerissene und völlig aus dem Häuschen geratene Publikum hatte. (...) Opernglas

(...) In einem bombastischen Bühnenbild von Rifail Ajdarpasic, das zwischen einer mondänen Villa mit riesigem Swimming-Pool, einem bunten Diner mit dem Namen "frustrated lovers", einer Boutique namens "Pretty Woman" für die Reichen und Schönen, einem billig anmutenden Sexshop, in dem laszive Mädchen ihren Körper anbieten und einem dubiosen Etablissement namens "Tom of Persia", vor dem sich vor allem homosexuelle Pärchen tummeln, changiert, schießt Cencic in einer ausgefeilten Personenregie ein absolutes Gag-Feuerwerk ab. Da kommt keinen Moment Langeweile auf, und jede musikalische Nummer wird szenisch genau auf den Punkt gebracht und nicht einfach dem Schönklang der Musik überlassen. (...) Die Produktion lässt nicht nur szenisch sondern auch musikalisch keine Wünsche offen. Online Musik Magazin

(...) An poppigen Bühnenbildern, knallbunten Kostümen, modischen Accessoires, Tanzgirls und Statisten wird nicht gespart. Unablässig dreht sich die «Serse-Show». Mal zeigt sie die mondäne Villa mit Palmengarten, Flamingos und Swimmingpool samt Bikini-Belegschaft, mal die Shopping Mall mit Sexshop und Boutique «Pretty Woman», mal das Bordell «Babylon» oder den Schwulentreff «Tom of Persia». Am Ende kommt es vor der vom Schnürboden herabschwebenden «Wedding Chapel» zur Doppelhochzeit, bei der Arsamene, allerdings aus Versehen, seine Romolda kriegt und die resolute Amastre den widerstrebenden Serse zur Heirat «erpresst». (...). Frenetischer Beifall! Opernwelt

Petrou und seine Musiker halten, was ihre Namen versprechen: sie liefern einen sinnlich frischen Händelklang und lassen den erstklassigen Protagonisten (mit weiblichen und männlichen Diven) allemal genügend Spielraum für ihre Ausflüge in die virtuose Verzierung und die große komödiantische Show! Denn die ist es diesmal. Von Persien, wo das Stück eigentlich spielt, bleibt so gut wie nichts übrig. Über einer reichlich frequentierten Szene-Bar steht in Anspielung auf die Schwulen-Ikone Tom of Finnland „Tom of Persia“. Max Emanuel Cencic (Regie), Rifail Ajdarpasic (Bühne) und Sarah Rolke (Kostüme) landen nämlich mitten im Las Vegas der Siebzigerjahre! Mit all dem Glamour, der mit dem Namen Liberace verbunden ist, aber auch mit den Nebeneingängen zu Bars, Läden und einschlägigen Sexetablissements, abseits der glänzenden Showpaläste. (...)
Weil ein (obendrein sympathischer) Star, den Star mit einem Faible für Glitzerklamotten, Federschmuck und wehende Umhänge verkörpert, weil darüber hinaus die deutschen Übertitel mit dem Jugend-Slang von heute schäkern und sich alle anderen von dieser Ästhetik der Seventies mitnehmen lassen, schwebt diese freche, temporeiche, manchmal laszive Show immer ein paar Handbreit über dem Boden. (...) Xerses geht auch anders, aber als „The Serse Show“ wie jetzt in Karlsruhe geht es eben auch. Und es macht obendrein durchweg Spaß!
concerti

Hier schimmert die „Serse Show“: Franco Fagioli und Max Emanuel Cencic eröffnen die Karlsruher Händel-Festspiele mit einer glitzernd-intelligenten Liberace-Hommage. (...) Aus dem antiken Hellespont wurde der neuzeitliche Strip in Nevada, die Kriegsscharmützel mutieren zu einer fett orchestrierten PR-Kampagne für die neue Serse-Platte, die möglicherweise „Love & Handel“ heißen wird. (...)
Die Vulgarität der Unterhaltungsindustrie wird gerne ausgestellt. Gleichzeitig wird aber auch eine anrührende Geschichte falscher Lieben und verpasster Kussgelegenheiten, eifersüchtiger Intrigen und verlorener Seelen mit neonleuchtendem Herz, narzisstischem Schmerz und sehr viel campsatt schwulem Humor erzählt. Bis hin zum surrealen Slapstick-Finale vor der Wedding Chapel, wenn plötzlich drei Revolver gezückt sind und selbst ein Superstar als männliche Primadonna nur die Braut bekommt die er verdient und die ihm vertraut. So werden Jux und Dollerei immer wieder schnell und plötzlich besinnlich und nachdenklich. (...)
Das ist so professionell wie intelligent und genau inszeniert, mit bis zum letzten, muskeldefinierten Statisten elegant schön hindrapierten Tableaux, die von Rifail Ajdarpasic (Bühne), Sarah Rolke und Wicke Naujoks detailreich im Seventies-Look ausstaffiert sind und als flotter Revue-Reigen geschmeidig ablaufen. (...) Manchmal wähnte man sich bei dieser belachten wie beklatschen, ja bejubelten Eröffnungspremiere statt bei den Karlsruher Händel-Festspielen im hippen Händel-München der Neunziger. Doch dann zeigt diese sophisticated Siebziger-Hommage, dass wir doch ganz und gar in einem barocken Heute singen und spielen: selbstbewusst, im vollen, stetig grenzerweiternden Umfang der darstellerischen, instrumentalen wie vokalen Mittel; spielfreudig und reflektiert, genau ausbalanciert im Tempo wie der Stimmung. Und nicht nur beim Saturday Night Fever, wenn verführerisch die „Serse Show“ schimmert. Die Welt

(...) In vielen Komödien erhofft das Regieteam ein solches Gelächter vergeblich, und Cencic bekommt die oft unterschätzte unterhaltsame und unhehre Stimmung des Barock ebenso gut in den Griff wie das barocke Bedürfnis nach Ausstattung.(...) Serses Show, Serses Villa, Serses Konferenzraum, Serses Garderobe, windige Hintergassen, eine schmucke Einkaufsstraße mit Diner und Boutique: In geschwinden Verwandlungen, teils via Drehbühne, teils von oben, bietet der für seine detailreichen Bühnenbilder bekannte Rifail Ajdarpasic den perfektionistischen Hintergrund für die geschickt ineinandergeschobene Schar der Chor- und Statistenschar in den tüchtig knalligen Kostümen von Sarah Rolke und Wicke Naujoks. (...) Am Ende tobt das Publikum so festspielmäßig, wie sich ein Theater das nur wünschen kann. Frankfurter Rundschau

Ein altpersischer König wird zum Glitzer-Superstar: Die "Serse"-Inszenierung in Karlsruhe zeigt, wie viel Musical im Barock steckt. (...) Barock ist, wenn die Verzierung erst zum Sinn führt. Das beweist Max Emanuel Cencics Inszenierung von Georg Friedrich Händels Oper "Serse" bei den Internationalen Händel-Festspielen in Karlsruhe. (...) Auf der Bühne tanzen Frauen in Glitzerröckchen, unten im Orchestergraben spielt das Ensemble der Deutschen Händel-Solisten, eigens für die Festspiele formiert, unter der Leitung von George Petrou die Ouvertüre zu Händels Oper, einfühlsam, präzise, mit historischen Instrumenten und viel Grazie. Oben Disco, unten Cembalo. Ein Kontrast, bei dem man entweder mit den Zähnen knirscht oder sich hellwach im Sessel aufrichtet. Aber diese Dissonanz erweist sich schnell als produktive Reibung mit dem Stoff.
Der Regiekniff ähnelt dem Wesen nach guter Übersetzungsarbeit. Cencic betrachtet die Vorlage - kurze Rezitative, schnelle Arienfolgen, eine zügig voranschreitende Handlung, und das alles mit komödiantischen Momenten angereichert - und schlussfolgert: Diese Oper will nicht schwer auf dem moralischen Gewissen der Zuschauer liegen, sie will unterhalten. (...) Das ist nicht einfach ein übergestülptes Regiekonzept. Cencic übersetzt alte in neue Chiffren, aber immer mit Mehrwert, weil der Zuschauer Hierarchien und Implikationen viel schneller versteht, um dann zum eigentlichen Ziel zu kommen, der Unterhaltung eben. (...) SZ-Süddeutsche Zeitung

Super Serse, super Show. Mit der Neuproduktion der Oper „Serse“ (Xerxes) haben die Internationalen Händel-Festspiele des Badischen Staatstheaters in Karlsruhe szenisch und musikalisch einen Volltreffer mit Kult-Potenzial gelandet. (...) Das internationale Publikum (...) war hingerissen und begeistert von der Premiere und spendete Ovationen im Stehen für eine Produktion, mit der die Karlsruher Händel-Festspiele in der Champions League des Musiktheaters spielen. Die Rheinpfalz

Gleich zu Beginn setzt sich Franco Fagioli im Glamour-Anzug an den Flügel mit dem Kerzenleuchter und singt nicht nur ein entrücktes „Ombra mai fu“. Er begleitet sich selbst dazu am Flügel. Und während das Orchester hier ausnahmsweise zu Nebensache wird, erlebt man den ersten von vielen großartigen Kunstgriffen in dieser modernen, vergnüglichen und gleichermaßen intelligenten Deutung des antiken Stoffes, die ihn nach Las Vegas verlegt. (...) Das lasterhafte Treiben im Las Vegas der 70er Jahre ist der perfekte Ort für die sieben Todsünden. (...) Man kommt in diesen drei Stunden gar nicht erst in Versuchung abzuschweifen. (...) BNN-Badische Neueste Nachrichten

Was für ein Spaß! Der Titelheld als ein mit Schmuck und albernen Kostümen überladener, eitler Pfau, der die ganze Opernhandlung hindurch narzistisch gekränkt ist, weil er nicht kriegt, was er will. Nicht, dass seine Umgebung aus Heiligen bestünde, im Gegenteil. In Georg Friedrich Händels Oper „Serse“ sind alle Personen ein Fall für den Psychiater.
Max Emanuel Cencic hat das klar erkannt und in seiner Inszenierung für die 42. Internationalen Händel-Festspiele in Karlsruhe schlüssig umgesetzt. Aus dem antiken Persien wird das Las Vegas der frühen 80er Jahre, der Perserkönig Xerxes wird zum Showstar Serse, in dem man unschwer den überkandidelten Liberace als Vorbild entdecken kann. Vorhang auf zur „Serse-Show“. (...) Cencic, Bühnenbildner Rifail Ajdarpasic und Kostümbildnerin Sarah Rolke haben das perfekt umgesetzt. (...) Vier Stunden Oper vergehen so wie im Flug. (...) ein intelligentes, ironisches, sinnliches Vergnügen. (...) Badisches Tagblatt

Manchmal ist weniger mehr. Hier nicht! Was Max Emanuel Cencic in der Inszenierung seiner großen „Serse-Show“ auf die Bühne stellt, ist bunt, schrill, sexy, überzeichnet, plakativ und unglaublich lustig. Wo sieht man schon Klassikstars in wirklich fieser Badebuxe halbnackt auf der Bühne singen? Wo wird so ausufernd schauspielerisch kopuliert wie gesanglich koloriert? Wo werden persische Herrscher zu Popstars, die ihren Fans die neuesten Charterfolge als waschechte Siege auf dem Feld unterjubeln? Ja, so unterhaltsam und kurzweilig kann Oper sein, wenn man zur Abwechslung mal nicht alles bierernst nimmt – vor allem nicht sich selbst. (...)
Die Handlung spielt in der Glitzerwelt von Las Vegas in den 1970er Jahren und ist in ihrer Anlage immer einen herrlichen Tick drüber. Die Kostüme von Sarah Rolke würden sogar Liberace vor Neid erblassen lassen und auch das Bühnenbild von Rifail Ajdarpasic ist einfach klasse. Ob Nachtclub, Poolhaus, Szene-Strich oder Shopping-Tempel…hier gibt es nicht nur viel zu hören, sondern auch immer etwas zu sehen. Selbst ausufernde Da-capo-Arien sind so gefühlt deutlich flotter und kürzer. (...) Es kommt wie es kommen muss: große Gefühle, viel Alarm, ein ewiges Hin und Her, viele fliegende Herzen auch von anderer Seite…Hollywood hätte es sich nicht schöner ausdenken können. Lebelieberlauter.de

(...) Was für ein wunderbarer Opernabend zur Eröffnung der diesjährigen Händelfestspiele in Karlsruhe! Eine ungewöhnliche, großarige Aufführung (...) Doch es ist nicht nur die Regie bestechend: Dem Auge wird richtig was geboten, denn Rifail Ajdarpasics Bühne sowie die Kostüme von Sarah Rolke und Wicke Naujoks sind sensationell in Einfallsreichtum und Detailverliebtheit. Ein solch fröhliches Spektakel hat man selten erlebt, und Originalität bewahrt auch hier die Grenze zum Kostümschinken (...) Rhein-Neckar-Zeitung

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Ausgewählte Arbeiten im Bereich Oper | Theater | Musical l Tanz

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"Created with passion!"
ABOUT

Wir sind ein international tätiges und in unserer kreativen Arbeit mehrfach ausgezeichnetes künstlerisches Team.
Unsere Ästhetik zeichnet sich vor allem durch eine zeitgenössische und inhaltlich geprägte Herangehensweise innerhalb der szenischen Künste aus, die dadurch zu sehr individuellen und unverwechselbaren Ergebnissen im künstlerischen Ausdruck führt. Die Kraft überzeugender Ideen.
Neben unseren gemeinsamen Projekten sind wir auch einzeln als Bühnenbildner und Kostümbildnerin tätig.

We are an internationally operating  artistic team with multiple awards for our creative work.
Our esthetics is distinguished by a contemporary and content-focused approach within  the scenic arts, which leads to highly individual and unique results in  its artistic expression. The power of convincing ideas.
Beside our common projects we are also working separately as set designer and as costume designer.
STORY

Jede erzählenswerte Geschichte braucht Leidenschaft und Originalität.

Every story worth telling needs passion and originality.
© RIFAIL AJDARPASIC & ARIANE ISABELL UNFRIED
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