La Damnation de Faust - Rifail Ajdarpasic & Ariane Isabell Unfried

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Fotos: Rifail Ajdarpasic
PRESSE | REVIEWS
“Warte, bis es dunkel ist – so hiess ein Thriller aus dem Jahre 1967. Warten, bis es dunkel wird, muss man auch im Klosterhof St.Gallen. Denn erst mit Einbruch der Dunkelheitenthüllt das diabolische Varieté des Méphistophèles, in welches uns Regisseur Carlos Wagner (mit den stimmigen, phantasievollen Kostümen von Ariane Isabell Unfried) führt,seine unheimliche Magie, entfalten die bezwingenden Lichteffekte von Guido Petzold ihre mirakulösen Effekte. Doch was sich dann auf dem Platz vor der barocken Fassade derKlosterkirche abspielt, ist von ungemein suggestiver, fesselnder Kraft. Carlos Wagner sieht seinen Faust als Aussteiger, Verweigerer. Eine Zigarette rauchend kommt er dahergeschlendert, wahrscheinlich von der Arbeit, seinem letzten Arbeitstag. Denn der Mann leidet wohl am Burnout - Syndrom, ist gelangweilt, angewidert, sehnt sich nach der unschuldigen Kindheit zurück und gibt seinen infantilen Anwandlungen auch gleich nach, indem er beinahe neidisch Kindern beim Himmel und Hölle Hüpfspiel zusieht (womit aufkluge Weise derBogen zum Metaphysischen gespannt wird), sich sehr gekonnt beteiligt – und doch die Kinder nicht erreicht. (...) Denn von den KünstlerInnen, den Tänzern und den Statisten verlangt Regisseur Carlos Wagner einiges an waghalsigem Spiel auf der gefährliche Schieflagen aufweisenden, vielseitige Schauplätze ermöglichenden Bühnevon Rifail Ajdarpasic – und diese lassen sich anscheinend gerne darauf ein. Faust z.B. ist sich nicht zu schade, sich von Méphistophèles zum gefügigen Zirkuspferdchen abrichtenzu lassen, Marguerite zeigt noch sogerne ihr verführerisches Korsett, welches sich unter ihrem biederen schwarzen Rock verbirgt. Berlioz' Faust - Adaption ist durch ihreTableau - artige Anlage szenisch nicht ganz einfach zu bewältigen – die Realisierung, welche nun an den St.Galler Festspielen zu erleben ist, vermag durch den gewählten Ansatz zu begeistern. (...) Fazit: HINGEHEN!“ Oper aktuell

“(...) Dafür ist das, was man auf der Bühne zu sehen und zu hören bekommt, sehr attraktiv. Carlos Wagner, der erstmals in St. Gallen inszeniert, lässt die Dreiecksgeschichteum Faust, Margarete und Mephistopheles fast immer vor einer grossen Menschenmenge spielen. Da sind einmal die sechs Gehilfen Mephistos mit ihren roten Narrenkappen,von der Tanzkompanie des Theaters St. Gallen als quirlige Gesellen gespielt. Der grosse Chor, bei dem der Theater- und der Opernchor des Theaters St. Gallen, der TheaterchorWinterthur und der Prager Philharmonische Chor mitwirken, bevölkert die Bühne als Landleute, Soldaten, Studenten, Nachbarn, Teufel und Engel. Die Gruppen singen temperamentvollund erzeugen je nach Standort stereofone Wirkungen. Ariane Isabell Unfried hat sie alle in Phantasiegewänder aus weissen, schwarzen und goldenen Farben gesteckt, was etliche Symbolkraft aufweist. Goldene Gewänder tragen beispielsweise die leichten Mädchen in Auerbachs Keller, aber auch Margarete trägt unter dem weissen Brautkleid ein neckischegoldenes Röckchen. Die breite, von links nach rechts ansteigende, aus mehreren Plateaus bestehende Bühne von Rifail Ajdarpasic ermöglicht eine abwechslungsreiche räumliche Aufteilung der Szenen. Der Regisseur deutet die Handlung als Zirkusvorstellung, die von Mephisto als Impresario und Dompteur gelenkt und durchgepeitscht wird. In dieser Inszenierung ist auch Margareteeine willige Gehilfin Mephistos, kein Opfer, wie sie normalerweise gedeutet wird. Die abrupt beendeteLiebesszene zwischen Faust und Margarete findet auf einem von Mephisto eingerichteten Zirkuspodest statt. Beim Höllenritt stülpt Mephisto Faust eine Pferdemaske über den Kopf und lenkt ihn an einem Seil. Und in der Schlussszene, die optisch nicht weniger kitschig daherkommt als musikalisch, ist es Mephisto, der die Schaukel, auf der Margarete sitzt, in den « Himmel » hochzieht. Faust ist dazu verdammt, in einem Hamsterradan Ort zu drehen und ohnmächtig zuzusehen. Wahrlich eine schlüssige Deutung! (...)“ Neue Zürcher Zeitung (NZZ)

“(...) Vielschichtigkeit, Bildervielfalt, stille Momente, aber auch Brüche, die verwirren und zum Hintendrein- und Weiterdenken anregen. (...) Das fängt mit dem Hauptsymbol an: Auf dem Klosterplatz St.Gallen steht ein Maibaum. Dort war er schon einmal gestanden, 1803, als die Franzosen einmarschierten und die alte Eidgenossenschaft und den fürstäbtischen Staat zu Fall brachten. Jetzt tanzen Kinder um den Maibaum, später dreht der lebensmüde Faust ein paar Runden und zieht dann die rissigen Fahnen am Bühnenrand hoch. Sie flattern samt den Maibändern im zeitweise heftigen Wind des Premierenabends. Wofür sie flattern, bleibt weniger klar. Denn die Freilichtoper verlegt den Fauststoff nicht in eine politische, sondern in eine Zirkuswelt, mit Mephisto als Direktor und Dompteur. Mit seinen sechs fantastisch beweglichen Teufeln der St.Galler Tanzkompanie jagt er die Handlung voran und schiesst am Ende Faust zur Hölle. Die Hölle, das lernt man an diesem Abend, ist der Ort, wo alle Anstrengung ins Nichts führt. In einem Laufrad rennt Faust, rennt und rennt und schaffts doch nie zu seinem Gretchen, das in den wolkigen St.Galler Nachthimmel wegschwebt. Ein starkes Bild. (...) Faust, ein älterer Clochard, und Margarethe, halb Märchenprinzessin, halb Model: Es geht von Anfang mit dem Teufel zu und her, dass die zwei überhaupt zusammenkommen. Regisseur Carlos Wagner nimmt die grossen, romantisch komponierten Emotionen denn auch nicht ganz ernst. Als Margarethe zur Trauerarie über den verlorenen Faust ansetzt, stellt sich Mephisto dazu und souffliert ihr die passenden Worte und Gesten. Das ist brillant gespielt, gleich sitzt man kerzengerad auf dem Klappsitz. Und stellt fest, dass sich Oper nicht nur in den Opern-Metropolen, sondern auch hier auf der Festspiel-Klosterwiese selber ironisch auf den Arm nehmen kann. Alles nur teuflisch gute Show, die Welt ein Zirkus: Diese Linie zieht der französische Regisseur konsequent bis zum Ende durch. Den berühmten « Höllenritt » spielt Mephisto als Pferdedressur mit Faust als gepeinigtem Ross, die Teufel klettern und speien Feuer, Gretchens Himmelfahrt wird zur Trapeznummer. Die vier Solisten (Elena Maximova, Gilles Ragon, Mirco Palazzi und Tijl Faveyts bei der Premiere), die Chöre und das Sinfonieorchester unter Sébastien Rouland überzeugen in dieser selten gespielten Oper, die nicht auf Spektakel baut, sondern spektakulär in den Klangdetails im Orchester ist. Lichtmeister Guido Petzold lässt die Klostertürme apart leuchten, und die Aufbauten des jungen Bühnenbildners Rifail Ajdarpasic bieten für vieles Platz, für Intimität wie für Volksaufläufe rund um den Maibaum. (...)“ Saiten

“Wie eine von links nach rechts ansteigende, mehrfach gebrochene Steinskulptur wirkt die Bühne, die Rifail Ajdarpasic vor der Hauptfassade der Kathedrale St. Gallen aufgebaut hat – eine Wüstenei, grau in grau, da und dort von verwaschenem Kupfergrün durchsetzt. Nur ein armseliger, bändergeschmückter Freiheitsbaum ragt in den verdämmernden Abend. Doch Faust (Gilles Ragon) beachtet ihn nicht, sondern bestaunt einen abgebrochenen Blütenzweig, dessen Schönheit ihn bewegt. Unversehens stürmt eine Kinderschar auf die Bühne. Etwas abseits versucht sich auch Faust im kindlichen Spiel, fühlt sich für Augenblicke zurückversetzt in sein unbeschwertes Kindsein. (...) In starken Bildern erzählt Regisseur Carlos Wagner die Geschichte, nutzt die räumlichen Möglichkeiten der Bühnenskulptur für farbige Chorauftritte und bewegte Massenszenen. Eindringliche Bilder findet er für die innere Leere Fausts und seine Verlorenheit nach dem Verlust des kurzen Traumglücks mit Marguerite (Elena Maximova) – so etwa, wenn er am Rand des Abgrunds über dem mittlerweile blütenlosen verdorrten Zweig sinniert. (...)“ Südkurier

“(...) Die Seelenhölle innerer Leere kennt Faust in Hector Berlioz´ Opernversion des unverwüstlichen Stoffes längst, bevor er ins ewige Hamsterrad eingeht. Und so steingrau und leer wartet die mehrfach angeschrägte, das Kreuz zitierende Bühnenskulptur von Rifail Ajdarpasic denn auch auf dem Klosterplatz darauf, mit Mephistos Verführungen bespielt zu werden. « Kommen Sie, schauen Sie, staunen Sie », ruft dieser Conférencier des Verderbens in Carlos Wagners Open-Air-Inszenierung und zettelt ein buntes Varieté an – weniger fürs Publikum, das die rund 1700 Tribünenplätze bevölkert, als primär exklusiv für Faust. Das hat seinen tieferen Sinn und spricht für die Inszenierung. Sie ist subtil, will nicht bloss gehobene Volksbelustigung sein, sondern den Kern des eher selten gespielten Stücks herausschälen.(...) Carlos Wagner zeigt einen Faust, der keine Vorgeschichte braucht, kein Studierzimmer, keinen Gifttrunk. Einen Jedermann. Der Schauplatz: eine Steinwüste, auf der ein Maibaum mit verdorrtem Kranz und verblichenen Bändern von fröhlicheren Zeiten zeugt. (...) Wunschlos unglücklich, mit Schlapphut, hängenden Schultern und einer Aktentasche voll abgelegter Ambitionen, schlurft dieser Faust ins Bild: ein Clochard, wie er am Pont Neuf sitzen könnte, oder, dem Geist des Ortes noch näher, am Fusse der Türme von Notre Dame in Paris. Sofort wird der Platz zum mächtigen Resonanzraum für Gilles Ragons lyrisch biegsamen, hell timbrierten Tenor. Im Gegenzug verengt und fokussiert die Regie den Blick immer wieder, bespielt die Bühne geradezu klaustrophobisch kleinräumig: So lenkt die historische Umgebung nicht ab vom Drama des sich selbst abhanden gekommenen Mannes, der gern wieder Kind wäre. (...) Das ist neu und durchaus eine Steigerung aller bisherigen Versuche, die grandiose Realkulisse von Kathedrale, offenem Platz und Altstadthäusern ins Spiel einzubeziehen. (...)“ Tagblatt

“(...) Regisseur Carlos Wagner lässt den lebensmüden Faust, den Hector Berlioz Mitte des 19. Jahrhunderts anhand von Goethes Geschichte komponiert hat, auf einem riesigen « Himmel und Hölle » – Spiel ins Verderben stürzen. Ganze Heerscharen von Chorsängern, Tänzern und Artisten verleihen der zweistündigen Aufführung Farbe und Spannung. (...)“ SDA

“(...) openair schlummert immer diese dumme Erwartung – oder naive Hoffnung? – auf ein Spektakel. Verona und Bregenz beweisen es: Ohne die in Goethes « Faust » geforderten Wasser, Feuer, Felswände und Tiere geht gar nichts! Oder doch? (...) Regisseur Carlos Wagner vertraut jedenfalls lieber auf das kluge Spiel seiner Akteure als auf allzu viel Spektakel. (...) Der Jubel zum Schluss ist gross. (...)“ Der Sonntag

“(...) Gelungen ist auf der Bühne von Rifail Ajdarpasic auch die Blumenwiese mit rotem Mohn oder das koboldhafte Geisterballett mit Kopflaternchen sowie die Fahnen, die während des ungarischen Marschs den Zug der Armee darstellen. Die Auf- und Abtritte hat Wagner im Griff, sorgt für Bewegung und Präzision: Eine gelungene Open-Air-Inszenierung, die desto besser in die Gänge kommt, je mehr man bei einbrechender Dunkelheit mit Licht zaubern kann. (...)“ Die Südostschweiz

“Mantel, Hut, grosse Aktentasche müden Schritts und allein auf weiter Flur kommt der Mann daher, ein Ausgebrannter. Es ist Faust. Die Bratschen stimmen eine zaghaft freundliche Melodie an (« Andantino placido »), und Berlioz lässt den erschöpften Helden sogleich einstimmen. Der Winter ist vorbei, die Natur hat sich verjüngt, Hoffnung keimt. Da steht auch der Maibaum, da stürmen die Schulkinder über die Bühne und spielen ihr Himmel- und-Hölle-Hüpfspiel. Auch Faust versucht sich. Ist die Jugend zurückzugewinnen? Wie der Regisseur Carlos Wagner diese Frage in den weiten Klosterhof, vor die imposanten Türme der Kathedrale, in den farbigen Abendhimmel « zeichnet », hat seine Magie, und man denkt, es muss ein Geschenk sein, an diesem Ort inszenieren zu können, ein Geschenk auch, diesen Stoff (nach Goethe, aber zum grossen Teil im Wortlaut des Komponisten) und diese sprechende, emotional überschwängliche und malerische Musik als Vorgabe zu haben. (...) Ob Berlioz dem Inszenierungsteam – neben Carlos Wagner Rifail Ajdarpasic für die aufwendige Bühne, Ariane Isabell Unfried für die effektvollen Kostüme und Guido Petzold für das Bühnenlicht (...) – auf die Schulter geklopft hätte? (...)“ Der Landbote

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Wir sind ein international tätiges und in unserer kreativen Arbeit mehrfach ausgezeichnetes künstlerisches Team.
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Our esthetics is distinguished by a contemporary and content-focused approach within  the scenic arts, which leads to highly individual and unique results in  its artistic expression. The power of convincing ideas.
Beside our common projects we are also working separately as set designer and as costume designer.
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© RIFAIL AJDARPASIC & ARIANE ISABELL UNFRIED
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