Die Dreigroschenoper - Rifail Ajdarpasic & Ariane Isabell Unfried

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Fotos: Rifail Ajdarpasic
PRESSE | REVIEWS
“Zum 90. Mal jährt sich in diesem Jahr die Uraufführung der »Dreigroschenoper«, und was einmal als Inbegriff der Gesellschaftskritik galt, ist längst in der bürgerlichen Mitte angekommen. Ob Bertolt Brecht sich über diese Popularität eines seiner ersten epischen Theaterstücke gefreut hätte? Wohl kaum, aber es ist auch nicht sein - aus heutiger Sicht teils doch recht platter - Text, der den nachhaltigen Erfolg der »Dreigroschenoper« garantiert, sondern Kurt Weills freche, jazzige Musik, in der sich von „Mackie Messer“ über die Ballade von der Seeräuber-Jenny oder den Kanonensong bis zum fetzigen Finale ein Hit an den anderen reiht.
Die Neuproduktion an der Dresdner Staatsoperette versuchte nun gar nicht erst, ihrem im Kraftwerk Mitte versammelten Publikum die Freude am Wiedererkennungseffekt zu nehmen, sondern bediente die Erwartungen, dies jedoch auf so unterhaltsame und gekonnte Art, dass man sich auf hohem Niveau unterhalten fühlen durfte.
Eine Revue im Stile der 20er-Jahre, mit Varieté- und Zirkuselementen, hatte Regisseur Sebastian Ritschel auf die von Rifail Ajdarpasic entsprechend quietschbunt ausgestattete Bühne gestellt, die sich geschickt von einer Geisterbahn zur Cabaretbühne, zum Bordell, zum Gefängnis und wieder zurück verwandelte. Beim Personal des Stücks, fantasievoll kostümiert von Ritschel selbst, schien angesichts schwarzer Stoffe und weißer Gesichter eine gewisse Verwandtschaft zur Addams-Family zu bestehen. Immer wieder verblüffte die Inszenierung durch fantasievollen Gags, ob nun die sechs Mitglieder der „Bettler-Platte“ als Horrorclowns auftraten, Lucy beim Eifersuchtsduett den Zaubertrick der zersägten Jungfrau an Polly ausprobierte oder die Gitterstäbe aus Macheaths Gefängniszelle schnell ausgebaut und als Tanzstöcke geschwungen wurden.
Dank der flotten Choreografie von Simon Eichberger wirbelte das Ballett der Staatsoperette als Bettler, Unterweltspersonal oder Showgirls über die Bühne, dass das Zusehen eine reine Freude war. Nicht weniger gilt das für das Zuhören, denn anders als von vielen Sprechtheateraufführungen der »Dreigroschenoper« gewohnt, kamen in den Gesangspartien professionelle Sänger zum Zuge, die Kurt Weills Musik doch mehr Gerechtigkeit erfahren ließen als so mancher überforderter Schauspieler. (...)
Passend zu den tragfähigen Opern- und Operettenstimmen hatte man sich in Dresden für die klanglich raffiniertere und opulentere Originalinstrumentation Weills entschieden, die Christian Garbosnik am Pult des Orchesters der Staatsoperette rhythmisch präzise und beschwingt erklingen ließ. Die Besucher der sonntagnachmittäglichen Vorstellung im vollbesetzten Haus zeigten sich hocherfreut und spendeten allen Mitwirkenden regen Beifall.“ Opernglas

“Die Dresdner Staatsoperette brachte am Samstag eine stürmisch bejubelte „Dreigroschenoper“ auf die Bühne. In Sebastian Ritschels u.a. von Comics und Burlesque-Show inspirierter Inszenierung glänzte Marcus Günzel als dämonischer Mackie Messer in einer zeitlosen Fabel über Doppelmoral.
Bertolt Brechts nimmermüde „Dreigroschenoper“ beginnt mit der simplen Regieanweisung „Jahrmarkt in Soho“, und selten dürften sich diese der Moritat von Mackie Messer vorangestellten drei Wörtchen so strukturbildend ausgewirkt haben wie in der Inszenierung der Staatsoperette, die am Samstag Premiere im Kraftwerk Mitte feierte. (...).
Einiges Selbstvertrauen darf man dem Kreativ-Team da schon zusprechen - nicht nur verkneift es sich jegliches Misstrauen in Kurt Weills zeitlose Partitur, die praktisch ausschließlich aus berühmten Gassenhauern besteht, es sucht dem Publikum den Wiedererkennungseffekt auch nicht mit aufgesetzter Sprödigkeit und einem Wasser-und-Brot-Brecht zu verderben. Lässt Macheath sich als Henkersmahlzeit im Old Bailey Spargel reichen, dann kredenzt dieser Abend mit seiner schnoddrig-sympathischen Was-kostet-die-Welt-Attitüde ein nicht minder exquisites Menü dazu - betont bonbonfarben. (...).
Überhaupt wird nicht am Spektakel gegeizt: Etwas Inferno und Zaubershow gesellen sich zu Burlesque und Slapstick-Kino, Rifail Ajdarpasics Bühnenbild verschneidet Bordell, Gerichtssaal und die Doktor-Mabuse-artige Kommandozentrale des Bettlerkönigs Peachum mit Geisterbahn, Karussell und Spiegelkabinett. (...).
Der Bilderrausch dieser comichaft überladenen Welt lädt durchaus dazu ein, gegen die Inszenierung selbst gekehrt zu werden, die ohne Berührungsängste ebenjenem Exzess frönt, den Brecht und Weill als Dauersymptom der lüsternen Bourgeoisie vorführen. Aber wie dieser Kessel Kunterbuntes einem von sprichwörtlich gewordenen Texten und allseits bekannten Melodien strotzenden theatralen Dauerbrenner, der die Korruptheit der Eliten ebenso wie die Angst vorm Aufstand der Abgehängten zum Thema macht, neues Blut einhaucht, fand zur Premiere völlig verdient uneingeschränkten Publikumszuspruch.“ DNN-Dresdner Neueste Nachrichten

“In der Staatsoperette Dresden wird „Die Dreigroschenoper“ von Brecht und Weill zur schmissigen Jahrmarktrevue.
Der Intendant hatte einen Traum. Wolfgang Schaller wollte „Die Dreigroschenoper“, die in der Regel von singenden Schauspielern interpretiert wird, mit den Künstlern der Staatsoperette Dresden aufführen. Sein Traum hat sich erfüllt, das Resultat kann sich mehr als sehen lassen. Die Premiere am Sonnabend wurde minutenlang gefeiert. (...).
Die Ausstattung von Rifail Ajdarpasic spart nicht an riesigen Pappfiguren, lebensgroßen Pferden und fabelhaften Lichtinstallationen. (...). Eine Klasse für sich ist Marcus Günzel als Mackie Messer. (...).“ SZ-Sächsische Zeitung

“Schon der Titel birgt Ironie. Eine Oper für drei Groschen sollte es sein, so billig, dass auch Bettler in deren Genuss kämen. Auch 1928, zur Uraufführung im Berliner Theater am Schiffbauer Damm, waren es nicht die Bettler, sondern das vornehmlich bürgerliche und zahlungskräftige Publikum, das sich über Bertolt Brechts Kapitalismuskritik, die mit erhobenem Zeigefinger daherkam, köstlich amüsierte. (...)
Inszeniert man also diese »Dreigroschenoper« heute, dann sollte der antikapitalistische Zeigefinger unten bleiben und man sollte es ernst nehmen, dass es sich schon zur Uraufführung um eine Opernparodie handelte. Ergo: kein Aufklärungsstück, sondern eher die Parodie der Parodie. Das hat Sebastian Ritschel, Operndirektor der Landesbühnen Sachsen, nun mit seiner Inszenierung an der Dresdner Staatsoperette auch getan - und das geht richtig gut! Die Post geht ab, das Tempo stimmt, die Töne auch, hier singen und spielen Sängerinnen und Sänger mit ihren Erfahrungen in der Oper, in der Operette und im Musical, was der Aufführung sehr zugute kommt.
Das kleine Orchester wird von Christian Garbosnik angefeuert. (...) Und schon reißt da so ein Ungeheuer im Bühnenbild von Rifail Ajdarpasic das Maul auf. Ist das der Haifisch mit den Zähnen oder dessen Mutation zum übergroßen Kuscheltier? Wen stört das - alle tanzen rein, in das weit aufgerissene Maul, in der Choreografie von Simon Eichenberger, die immer mal auch im Tanz mit gebrochenen Bewegungssentenzen an die Unzulänglichkeit des menschlichen Lebens erinnert, was sich bestens erschließt, wenn später der entsprechende Song erklingt. Aber bis dahin kann man mit Vergnügen erleben, wie sich jene Unzulänglichkeiten aller Arten in Annehmlichkeiten bester Arten verwandeln lassen. Ritschel inszeniert so eine schillernde Revue der verführten Verführer, Klischees mit Sahnehäubchen, reizt die Grenzen der Groteske aus, auch mit den von ihm entworfenen Kostümen mit den Zitaten der unterhaltenden Genres, was opernhaften Augenschmaus bedeuten kann oder Clownerie aus dem Zirkus. (...)“ www.musik-in-dresden.de

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Ausgewählte Arbeiten im Bereich Oper | Theater | Musical l Tanz

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ABOUT

Wir sind ein international tätiges und in unserer kreativen Arbeit mehrfach ausgezeichnetes künstlerisches Team.
Unsere Ästhetik zeichnet sich vor allem durch eine zeitgenössische und inhaltlich geprägte Herangehensweise innerhalb der szenischen Künste aus, die dadurch zu sehr individuellen und unverwechselbaren Ergebnissen im künstlerischen Ausdruck führt. Die Kraft überzeugender Ideen.
Neben unseren gemeinsamen Projekten sind wir auch einzeln als Bühnenbildner und Kostümbildnerin tätig.

We are an internationally operating  artistic team with multiple awards for our creative work.
Our esthetics is distinguished by a contemporary and content-focused approach within  the scenic arts, which leads to highly individual and unique results in  its artistic expression. The power of convincing ideas.
Beside our common projects we are also working separately as set designer and as costume designer.
STORY

Jede erzählenswerte Geschichte braucht Leidenschaft und Originalität.

Every story worth telling needs passion and originality.
© RIFAIL AJDARPASIC & ARIANE ISABELL UNFRIED
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